Tafel 26: Papierfabrik Wilischthal

Die aus einer Mühle hervorgegangene Papierfabrik besaß seit Bahneröffnung ein eigenes Anschlussgleis und verfügte bereits 1887 über eigene Rollböcke, mit denen Normalspurgüterwagen auf den Schmalspurgleisen weitertransportiert werden konnten. Das Anschlussgleis zweigte in Richtung Wilischthal vom Streckengleis ab, überquerte zunächst die Wilisch auf einer Blechträgerbrücke und verzweigte sich anschließend im Werksgelände. Dort waren die Gleisanlagen recht umfangreich. So bestanden 1910 bereits fünf Gleise, zehn Weichen und eine Gleiskreuzung. Frühzeitig verfügte die Papierfabrik auch über eigene Werklokomotiven, die in einem Schuppen untergebracht waren. Die Bedienung des Anschlusses erfolgte mit Übergabefahrten von Wilischthal aus oder mit Güterzügen in Richtung Thum. Im Ausnahmefall durfte auch die Werklok Wagen zum Bahnhof Wilischthal überführen. Auch nach Einstellung der Strecke von Wilsichthal nach Thum wurde der Anschluss weiter bedient. Dafür übernahm die Deutsche Reichsbahn die Werklokomotive des VEB Feinspinnerei Venusberg und überführte sie nach Wilischthal. Mit letzten Bedienungsfahrten 1992 war das Thumer Schmalspurnetz endgültig Geschichte.

Nur 100 m weiter in Richtung Thum befand sich am km 1,4 der Anschluss zur Baumwollspinnerei Kuhn, der 1890 errichtet wurde und der neben dem Zweiggleis noch über ein weiteres Stumpfgleis verfügte. Der Anschluss war später nicht mehr vorhanden. Zwischen Wilischthal und dem Anschluss zur Papierfabrik überquert am km 0,8 eine Nebenstraße die Strecke auf einer 5,5 m hohen Steinbogenbrücke. Für die Einführung des Rollwagenverkehrs wurde hier das Streckengleis abgesenkt, um das notwendige Lichtraumprofil zu erhalten. Von den drei Brücken über die Bahn ist sie die einzige, die noch zu besichtigen ist.

 



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