Für die Güterwagenentwicklung der Sächsischen Schmalspurbahnen gab es zwei markant zu unterscheidende Stufen: Bis um 1900 wurden ausschließlich zweiachsige offene und gedeckte Wagen sowie Kessel- und Schemelwagen gebaut. Ab 1901 kamen dann die ersten vierachsigen Güterwagen zum Einsatz. Zu ihnen gehörten vierachsige Langholzwagen, offene und gedeckte Güterwagen mit 10t Tragfähigkeit, sowie Klappdeckel-wagen für Schüttgüter und kleine zweiachsige Flachwagen mit aufsteckbaren Bordwänden für 1,25t Nutzlast. Außerdem wurden noch verschiedene Sonderfahrzeuge, z.B. Schmalspur-Sprühwagen, zur Unkrautbekämpfung, Fäkalien- und Wasser-wagen geführt. Diese gehörten aber zu den Bahndiensten und nicht zum Güterwagenpark. Ab den zwanziger Jahren benutzte der Bahnmeister eine zweiachsige Motordraisine mit Einachs-anhänger vom Typ LKI.

Die ersten vier- u. sechsachsigen (Rf 4 + Rf 6) Rollfahrzeuge kamen etwa um 1912/1913 zum Thumer Netz und lösten den Rollbockverkehr ab. Dadurch verringerte sich der Einsatz von Schmalspurgüterwagen und der Güterverkehr wurde nach 1945 auf Rollfahrzeuge verlagert. In Wilischthal existierte auch ein Kohleselbstladewagen, der ein Eigenbau der dortigen Papier-fabrik war.

Ab 1965 gab es im Thumer Netz auch einen Zweirichtungs-Schneepflug (97-09-91), der von der Trusetalbahn aus Thüringen kam. Mit einer Dienstmasse von 3,36t und einem Radstand von 1,4m war der Schneepflug sehr leicht.

Als Begleitwagen diente ein ehemaliger vierachsiger Oberlicht-Personenwagen (970-309) mit 10,62m Länge, der für den Bediener einen stirnseitigen Wetterschutzverbau auf der Übergangsplattform hatte.